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Testberichte

Komm mit mir ins Abenteuerland: Offroad mit dem Jeep Wrangler

In einer Zeit, in der es nur so wimmelt von vielen soften und weich gespülten Alibi-Offroadern sind die echten kernigen Geländegänger neben den Boulevard-SUV eine Seltenheit geworden. Einen davon sind wir  gefahren: Den Jeep Wrangler Unlimited.

Seit 1942 gilt Jeep als die Kernmarke des Geländegängers.  Und der Wrangler ist die urigste aller Varianten. Schon die Optik  des Fahrzeugs sagt es überdeutlich: Hier pfeift einer auf Lifestyle, auf Optik, auf Schicki-Micki-Attitüde. Hier gilt nur eines: Auftrag erledigen unter schwierigsten  Bedingungen. Und die hießen in diesem Falle rauf und runter im Matsch, im Schnee, auf Eis. Geht nicht, gibt‘s nicht. Schon das Tarnfarben-Äußere des Probanden verrät es. Hier kommt es auf die inneren Wertes an. Und die liegen im Antriebsstrang, in der Bodenfreiheit, in der Bewältigung von Höhenunterschieden, von Wasserlöchern. Kurzum im Umsetzen der scheinbaren Unmöglichkeit.

Dieses Auto ist nichts für Lackschuh-Liebhaber.  Denn dieser kantige, kompromisslose Typ sieht fast so aus wie der erste seiner Gattung: Willys MB, 1942 für die US-Army im Kampf gegen Hitler-Deutschland aus dem Boden gestampft.  Ein Jeep ist ein Jeep, war ein Jeep: So war er schon immer: Und so ist auch dieser Wrangler Unlimited: Die gewohnten  kreisrunden Scheinwerfer, dazwischen das dominierende Ungetüm  von  Kühlergrill mit seinen sieben Schlitzen. Ein Leiterrahmen trägt die Karosserie mit den kerzengeraden Kanten. Ein Fahrzeug, das aus lauter rechten Winkeln zu bestehen scheint.

„Unlimited“ bedeutet, dass es sich nicht um die zweitürige Standard-Ausgabe, sondern um die viertürige Version handelt: 4,75 Meter lang, dazu ein Radstand von 2,95 Meter. Nein,  dieser „Wrangler ohne Grenzen“ (Unlimited), ist kein Kuschel-Softroader.  Das zeigen Features wie aushängbare Türenseitliches Trittbrett und der einen halben Meter hohe Einstieg.  Dermaßen „geentert“, findet man sich in einem eher spartanisch, aber funktionell eingerichteten Interieur wieder. Das dreiteilige, abnehmbare,  Hardtop ist die offensichtliche Aufforderung, sich mit dem Fahrzeug in die nächste Dschungelcamp-Staffel zu begeben.

Der  gewaltige 2,8 Liter Common-Rail-Diesel mit 200 PS und einem Drehmoment von 410 Newtonmetern zwischen 2600 und 3200 U/min schüttelt sich  erst einmal kräftig, um dann seine bärige untertourige Kraft zur Verfügung zu stellen.   Das Aggregat wird bei VM Motori in Italien zugekauft.  Übertragen wird die Kraft über eine fünfstufige Automatik von Mercedes-Benz.  Dieses Auto, das wird schnell klar, muss „artgrecht“ gefahren werden. Das heißt, es braucht das Gelände in seiner unwirtlichsten Form. Genau dafür ist auch das zuschaltbare „Command-Trac“-Allradsystem mit einer Geländeuntersetzung von 2,7:1 vorgesehen. Der Wrangler ist nichts für lange Autobahnausfahrten. Da spielt es auch keine Rolle, dass  Schraubenfedern mittlerweile die rustikalen Blattfedern ersetzt haben.

Unser Fazit: Der Jeep Wrangler ist die Inkarnation des reinrassigen Geländewagens. Das belegen Kerndaten wie ein Böschungswinkel vorne von 38,4 Grad, hinten 31,3 Grad, eine Wattiefe von 762 Millimeter und eine Bodenfreiheit von knapp 26 Zentimetern. Unterfahrschutz und auswaschbarer Innenraum gehören dazu.

 

Technische Daten Jeep Wrangler 2.8 MJ Unlimited

Bauart:                                      fünfsitziger Geländewagen

L/B/H:                                       4,75 / 1,87 / 1,86 Meter

Motor:                                      Vierzylinder Common-Rail-Diesel

Leistung:                                  200 PS

Drehmoment:                           460 NM bei 1600 – 2600 U/min

Antrieb:                                    zuschaltbarer Antrieb mit Geländeuntersetzung

Getriebe:                                   Fünfgang-Automatik

Leergewicht.                            2073 kg

Zuladung:                                 467 kg

Anhängelast gebremst:             1.000 bzw. 2.200 kg (geänderte Achsübersetzung)

Böschungswinkel in Grad:       38,1 vorn, 31,7 hinten

Preis:                                         ab 44.900 Euro

 

Text und Fotos: J+rgen C. Braun

 

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