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Neuvorstellung

Kia gibt weiter Gas: Der neue Picanto X-Line im JCB-Check

Crossover ist „in“ derzeit in der Automobil-Industrie. Bloß nicht langweilig daherkommen, eher ein bisschen flippig, ausgefallen, aus der Art geschlagen. Wie der Name es schon sagt: Etwas überkreuz, von jedem Etwas. So was kann  richtig gut gelingen, kann aber auch fürchterlich in die Hose gehen.

Wenn man dann, wie der koreanische Autobauer Kia, einen Peter Schreyer als Blechkleid-Schneider an seiner Seite weiß, dann kann man eigentlich schon ganz beruhigt weiter atmen, bevor das neue Auto überhaupt jemand gesehen hat. Und genauso erging es uns auch Anfang der Woche beim ersten Anblick des neuen Kia Picanto X-Line. Donnerwetter, der hat was.

Und an diesem Auto, an seinem Outfit, seinem Ausdruck ist nicht nur rum gedoktert worden als Selbstzweck , so dass ist ein ziemliches Durcheinander an Stilrichtungen dabei raus gekommen ist. Nein, dieser Kia Picanto X-Line ist flippig, modern, ausgefallen und doch stimmig in sich. Da beißen sich keine Formen und Farben, keine  Sicken, keine Falzen und Schwünge, wo sie einfach nicht hin gehören.

Da tummeln sich rund und oval, Proportionen unterschiedlichster Art, viele kleine Spielereien der Licht- und Belüftungstechnik im schiedlich-friedlicher Mission. Und die „Tigernose“, (Tigernase), Kias neues Erkennungszeichen,  ist nicht nur im Kühlergrill  erkennbar, sondern grüßt auch von der Verbindung zwischen Dachkante und Frontscheibe. Top: Ein echter Schreyer eben.

Dabei rollt dieser knuffig-kräftige Zwerg mit seiner leicht erhöhten Bodenfreiheit (156 Millimeter, deren 15 mehr als in den anderen Picanto-Varianten) und seinem angedeuteten Unterbodenschutz, seinen Seitenschutzleisten und den schwarzen Radlauf-Verkleidungen auch noch mit einem richtigen Muntermacher ab sofort auf unsere Straßen. 100 PS holen die Koreaner aus dem ein Liter großen Dreizylinder Benziner raus.  Der T-DGI, ein aufgeladenes kleines Kraftwerk, ist das bisher stärkste je in einem Picanto verbaute Aggregat. Schein und Wirklichkeit fahren hier also Hand in Hand vor.

Der kleine Flitzer mit den vielen Stilrichtungen ist nicht nur optisch kein Langeweiler, er hat auch richtig Bums unter dem Blech. Wenngleich das kleine Motörchen Dreizylinder-like „unten rum“ erst mal laut und vernehmlich knurrt, bevor er sich in höhere Drehzahlbereiche auf geschwungen hat. Aber auch das macht eigentlich nur Laune, um mal aus zu probieren, was denn nun mit diesem Giftzwerg eigentlich so geht unterwegs.

Klar fühlt sich so ein fahrbarer Untersatz in der City schon alleine der Parkmöglichkeiten wegen am ehesten zu Hause. Aber auch eine kleine Überland-Runde und etwas Autobahn machen Laune, wenn man sich nicht einer gewissen Schaltfaulheit hingibt. Kein Wunder, denn die Alu-Pedalerie und der Doppelrohrauspuff signalisieren  auch: Hier geht’s ab!

So klein und kompakt er auch ist, so bietet er doch für Fahrer meiner Statur  so um die 1,80 rum (darf ruhig auch noch etwas mehr sein) dank großzügiger Längsverstellung der Sitze und angemessener Höhe des Innenraumes viel Bewegungsfreiheit. Die Armaturen sind gut erreichbar, das sieben Zoll große Touchpad beinhaltet die wichtigsten Funktionen.  Eine  induktive Smartphone-Ladestation, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und ein Smart-Key  sind zudem serienmäßig an Bord.  Anregende Dekor-Elemente, etwa in Limettengrün, sprechen gezielt das jüngere Publikum unter den Kaufwilligen an. Genau dort möchten die Koreaner dieses Bonbon unter den kleiner Crossovern auch absetzen.

Außerdem mit an Bord in der X-Line-Ausstattung ist  eine Klimaautomatik,  die Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer  und – ganz besonders wohltuend in diesen Tagen  – ein beheizbares Lederlenkrad. Neben dem 1,0-Liter-Turbobenziner T-GDI mit 100 PS für  16.990 Euro gibt es noch eine Version mit einem 84 PS starken 1,2 Liter Benziner. Der beginnt dann bei 16.190 Euro.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

 

 

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