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Ford legt nach bei den SUV: Der mächtige Edge im JCB-Check

 
 Mit dem großen Edge schließt Ford seine SUV-Modellpalette auf dem deutschen Markt ab. Hier der JCB-Check.

Der amerikanischen Herkunft sei Dank: In einem Land, in dem große und mächtige Autos, die eher für das Gelände als für die Stadt als geeignet erscheinen, ist so ein Koloss nicht Kritikpunkt, sondern König. Denn das, was in unseren Breitengraden derzeit gerade trotz ständig steigenden Zulassungs-Booms eine Glaubwürdigkeitskrise durchmachen muss, genießt in einem weiten Land mit unendlich freien Flächen ohne Horizont höchstes Ansehen.

 Autos wie unser Testfahrzeug, der SUV Ford Edge, polarisieren dort nicht. Sie sind Statussymbol. Doch das Modell, mit dem Ford bei uns seine SUV-Reihe nach oben abrundet, hat mehr zu bieten als nur schiere Länge, Breite, Größe, Platz und Raum. Den Ingenieuren ist es gelungen, dem „Dickschiff“ mit den vielen Assistenz-Systemen auch Fahrvergnügen zu implantieren. Und es ist ja beileibe nicht so, als wenn es hierzulande kein Interesse und keine Konkurrenz für Autos wie den Edge gibt. Wie gesagt: Das Interesse steigt, die Zulassungszahlen boomen.

Und wenn einer Erfahrung und Möglichkeiten hat, auf diesem Parkett mit zu tanzen, dann ein Unternehmen, dass solche Monumental-Karossen für den Heimatmarkt irgendwo in Kentucky und Co. baut. In den Staaten ist die SUV-Kompetenz der Ford Motor Company mit Pick-Ups wie etwa dem F-150 oder anderen Offroad-fähigen Modellen im Portfolio fast schon erdrückend ersichtlich. Bei uns trägt diese Last in erster Linie der Kuga, der dies auch mit Bravour erledigt. Ihm zur Seite gestellt wurde der EcoSport, und wem das zumindest von der schieren Präsenz her nicht reicht, dem bietet sich mit dem Edge eine wirkliche Alternative.

Mit seiner Länge von mehr als 4,80 Meter, und 1,93 Meter Breite ist er nicht das, was man sich unbedingt im Parkhaus, wohl aber in der mitteleuropäischen „Prärie“ oder auf weiten Überlandstrecken wünscht. Das Auto, nomen ist omen, ist eine richtige Kante. So auch der Name „Edge“, übersetzt aus der Muttersprache. Dieser Vorgabe folgend, wurde auch das Outfit gebastelt: Wenig rundliches. Gerade Linien, wuchtige Design-Aussage. Einzige Ausnahme, ein leicht verspielt nach hinten abfallendes Heck, das dem Edge die Bulligkeit nimmt, ohne dennoch als fehl am Platz zu wirken.

Im Interieur bleibt ein Ford dank der bekannten Anordnung und Handhabung der Instrumente über den großen Touchscreen und am Lenkrad eben ein Ford. Zum bekannten System SYNC 3 gehören serienmäßige Features wie Bluetooth-Verbindung, Smartphone-Anbindung oder Sprachsteuerung. Die Titanium-Ausstattung unseres Testfahrzeugs für insgesamt 2000 Euro beinhaltet noch einmal ein Navigations-System, digitalen Radioempfang, jede Menge den Fahrer entlastenden und der Sicherheit der Insassen dienenden Assistenten ((Fahrspurhalter, Müdigkeitswarner, Toterwinkel-Warner, Kollisionswarner, mit notfalls selbst einleitendem Bremsvorgang, Verkehrsschild-Erkennung usw.)

Für ein Fahrzeug diesen Ausmaßes sehr zu empfehlen ist das folgende Gimmick: Für runde 800 Euro zusätzlich parkt der Ford Edge automatisch ein Und das sowohl längs als auch quer zur Fahrbahn. Und der serienmäßige Tempomat bekommt für 500 Euro noch eine automatische adaptive Abstandsfunktion (ACC).

Der 180 PS starke 2,0-Liter-Turbodiesel entwickelt dank seiner variablen Turbinengeometrie aus dem „Keller heraus“ mächtig Dampf, so dass der Edge willig auf Touren kommt. Seine feinen Manieren infolge relativer Geräuschlosigkeit klaut dem 1,9 schweren SUV das allerdings nicht. Und mit von uns ermittelten 8,5 Litern Diesel auf 100 Kilometer ist er angesichts Gewicht und Umfang auch gewiss kein Schlucksprecht

Das manuelle Schaltgetriebe überträgt die Kraft präzise und ruckelfrei. Das straff abgestimmte Fahrwerk und die präzise Lenkung mit hoher Rückmeldung machen aus diesem SUV mit Gardemaß nicht nur ein stets berechenbares Fahrzeug, sondern lassen Fahrvergnügen aufkommen. An Traktion mangelt es dank des serienmäßigen Allradantriebs ohnehin nicht

Dieses Super-SUV (was wir nur auf die optische Erscheinung beziehen) aus dem Hause Ford ist ein rundum gelungener Abschluss der Modellpalette dieses Genres. Er bietet ebenso hohen Langstrecken-Komfort wie ein agiles Fahrverhalten. Die konzeptionelle Handhabung der Bedienelemente ist durchdacht, das Angebot an Assistenz-System groß. Diese Kante offenbart mehr Funktionalität und auch mehr Fahrfreude